Im Jahr 2016 spielte Kerber die beste Saison ihrer Karriere und erklomm die Weltspitze des Damentennis. Oben angekommen, gilt es nun für die Kielerin in diesem Jahr ihre Position zu verteidigen. Wird es Kerber gelingen in ihrer neuen Rolle als Gejagte zu überzeugen?
Der Name Angelique Kerber hat sich im letzten Jahr zu einer echten Marke entwickelt. So steht Kerber seit dem Jahr 2016 für mehr als Fleiß und harte Arbeit. Der Name steht für Erfolg- und dies nicht nur für einmaligen. Die Kielern verbindet man nun aufgrund ihrer großen sportlichen Errungenschaften bei den Australian Open, den US Open und Olympia mit den ganz großen Bühnen und Titeln dieser Welt. Dies weckt bei vielen Sponsoren Interesse und so unterzeichnete Kerber über den Winter einige neue Werbeverträge unter anderem mit der Versicherungsgruppe Generali.
Alle Augen sind auf die Nummer 1 gerichtet
In diesem Jahr steht die Deutsche nun vor der großen Aufgabe ihren Platz an der Weltspitze des Damentennis zu verteidigen. Und dazu muss sie die Leistungen aus dem Vorjahr bestätigen. Allgemein gilt im Sport die Weisheit, dass es noch schwieriger ist einen Titel zu verteidigen, als es ohnehin schon ist einen zu gewinnen. Im Jahr 2017 wird von Beginn an ein großer Fokus auf der Weltranglistenersten Angelique Kerber liegen. Der Druck und die Erwartungen dürften vor den Australian Open, die im letzten Jahr den Beginn des absoluten Durchbruchs der Deutschen mit dem Titelerfolg darstellten, selten so groß gewesen sein.
Kerber hat sich zu einem Tennisidol entwickelt
Wenn man genauer hinschaut, sieht man, dass der Aufstieg Kerbers zum Superstar keineswegs völlig überraschend war. Es ist das Ergebnis harter Arbeit und kontinuierlicher Verbesserungen seit dem Trainerwechsel 2015 zurück zu Torben Beltz. Die Deutsche hat ihr Spiel weiterentwickelt und agiert nun deutlich offensiver und verlässt sich weniger ausschließlich auf ihre defensiven Stärken. Sie ist nun keineswegs mehr nur eine reine Konterspielerin. Schon im Jahr 2015 war Kerber überaus erfolgreich und konnte 4 Titel gewinnen. Nur bei den großen Turnieren wollte es noch nicht so richtig klappen. Doch Kerber hat nicht nur auf dem Tennisplatz Fortschritte gemacht auch ihre Persönlichkeit durchlief einen Reifeprozess. Im Jahr 2016 hat Kerber enorm an mentaler Stärke hinzugewonnen. Auch durch das Tief des bitteren Erstrundenaus bei den French Open direkt nach dem Erfolg bei den Australian Open hat sie sich weiterentwickelt. Die Deutsche ist mit ihrem tollen Tennis und ihrer sympathischen Art zu einem wahren Tennisidol geworden.
In Brisbane noch nicht in Topform
Bei Kerbers erstem Turnier im Jahr 2017 in Brisbane bekam man ihren Aufstieg zum Superstar sofort zu spüren. Kerber war die gefragte Person auf und neben dem Platz. Bei den Spielen auf dem Centre-Court der Pat-Rafter-Arena konnte Kerber allerdings noch nicht ihr bestes spielerisches Vermögen zeigen. In ihrem ersten Spiel der Saison konnte Kerber nur überraschend eng gegen die 271 der Welt Ashleigh Barty in drei Sätzen gewinnen. Im Viertelfinale konnte Kerber ihre Leistung im Vergleich zum Vortag steigern, doch gegen die talentierte Ukrainerin Elena Svitolina verlor Kerber in 3 spanenden Sätzen. Bei beiden Auftritten wirkte Kerber noch nicht topfit. Gut möglich, dass ihre Beine noch etwas schwer von der Vorbereitung waren und sie sich deshalb noch nicht so exzellent wie sonst bewegen konnte. Die Deutsche ist schließlich für ihre intensive Vorbereitung und Trainingsfleiß bekannt. Außerdem war der eigene Aufschlag noch zu harmlos und setzte ihre Gegnerinnen zu wenig unter Druck. Bei ihrer Niederlage gegen Svitolina kassierte Kerber insgesamt fünf Breaks.
Kerber bleibt optimistisch
Dennoch bleibt Kerber optimistisch und möchte aus Brisbane „die positiven Dinge mitnehmen für die nächsten Matches und die nächsten Turniere“. Die 28-Jährige ist bereits nach Sydney zur Melbourne-Generalprobe gereist und hatte heute morgen bereits trainiert bevor das Turnier morgen startet. Auch die Kerber-Fans können zuversichtlich bleiben, da Kerber im letzten Jahr bewiesen hat, dass Sie sich auf den Punkt zu den wichtigen Turnieren in Topform präsentiert.
