Locker bleiben! Kerber nach ihrem Achtelfinal-Aus in Melbourne

Nach Angelique Kerbers Niederlage gegen Coco Vandeweghe im Achtelfinale der Australian Open hagelte es von vielen Seiten Kritik an der 29- Jährigen – schlechte Körpersprache, kein Siegeswillen. Dieser Kommentar zeigt, warum alle probieren sollten mal locker zu bleiben. Aus Melbourne berichtet der Tennis-Cordt.

Es hat nicht sollen sein. In der tiefschwarzen Nacht von Melbourne erwischte Kerber bei ihrer Achtelfinalniederlage gegen die US-Amerikanerin Coco Vandeweghe keinen guten Tag. Der Deutschen unterliefen in der Rod Laver Arena zu viele Unforced Errors bei zu wenig Gewinnschlägen. Kerber selbst sagte nach der Niederlage, dass sie zu keiner Zeit der Partie den Ball gefühlt habe. Insgesamt konnte Kerber im Jahr 2017 noch nicht an ihre fantastischen Leistungen des letzten Jahres anknüpfen. Bei den diesjährigen Australian Open agierte Kerber noch nicht wieder mit der Aggressivität, die sie im letzten Jahr bis an die Weltspitze gebracht hatte. Zu oft wurde die Kielerin zu passiv und überließ ihren Gegnerinnen das Kommando auf dem Court. Doch deswegen nun Kerber abzuschreiben ist völlig verfrüht. In zwei Wochen Grand Slam Tennis kommt es vor, dass man auch mal ein oder zwei Tage in schwächerer Tagesformen auf den Platz muss.

Eine Tennissaison ist lang und anstrengend. Auch in ihrem überragenden Jahr 2016 durchlief Kerber eine Schwächephase. Dem sensationellen Erfolg bei den Australian Open folgten mehrere Erstrundenniederlagen, wie auch in Paris bei den French Open. Kerber bewies, dass sie Rückschläge wegstecken kann. Sie schaffte es, sich wieder zu fokussieren und ihre Lockerheit wiederzufinden, die sie zwischen den zahlreichen PR-Terminen und Presseanfragen verloren zu haben schien. Es folgte der Einzug ins Wimbledonfinale, der Gewinn der olympischen Silbermedaille in Rio und der Sieg der US Open und der damit verbundene Sprung an die Spitze der Weltrangliste. Ob Kerber nach den Australian Open die Gejagte bleibt, scheint ungewiss. Wenn Serena Williams das Turnier in Melbourne gewinnen sollte, verdrängt sie die Deutsche vom Tennisthron.

Unabhängig davon wird sich Kerber, die als harte Arbeiterin bekannt ist, mit ihrem Willen in diese Saison kämpfen. Die Kielerin hat mit Trainer Torben Beltz ein gutes Team um sich, dass ihre Lehren aus dem frühen Aus in Melbourne ziehen wird. Wenn Kerber ihre Lockerheit wiederfindet, wird auch ihre innere Stärke wiederkommen und sie uns noch mit tollem Tennis in diesem Jahr begeistern. Also erstmal locker bleiben.

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