Kerber unterliegt Venus Williams – die Spielanalyse

Angelique Kerber kann im Jahr 2017 weiterhin nicht an ihre Leistungen aus dem Vorjahr anknüpfen und verliert im Viertelfinale der Miami Open 5:7 3:6 gegen die Amerikanerin Venus Williams.

Das Duell zwischen der Weltranglistenersten Kerber und der dreifachen Miami Open Gewinnerin V.Williams findet zu Beginn in der Night-Session auf dem Centre-Court statt. Leider sollte es nicht der Abend unserer Deutschen Nummer 1 werden. Obwohl Kerber ordentlich ins Match startet und sich sofort ein Break sichert, kann sie dennoch den engen ersten Satz nicht für sich entscheiden. Zu Beginn ist Kerber noch die aggressiver Spielerin und hat im ersten Satz lange Zeit mehr Winner als Venus Williams geschlagen. Mit zunehmender Spieldauer verlieren Kerbers Schläge jedoch an Länge und Venus Williams übernimmt zusehends das Kommando auf dem Platz. Am Ende, beim Stand von 2:5 im zweiten Satz, kommt Kerber nochmal mehr aus sich heraus und wehrt mehrere Matchbälle ab, ehe sie sich letztlich doch geschlagen geben muss. Auf Venus Williams wartet nun im Halbfinale die Britin Johanna Konta. Trotz der Viertelfinalniederlage wird die 29-Jährige Kerber nach dem Turnier die Nummer 1 der Welt bleiben und als nächstes in Monterrey, Mexiko antreten.

Meine Fragen auf der Pressekonferenz an Angelique Kerber:

Platzgeflüster: Von außen hatte man das Gefühl, dass der Start ins Match eigentlich gelungen war – Warum hat es am Ende doch nicht für den Sieg gereicht?

Angelique Kerber: „Ich habe gut angefangen – das stimmt. Aber sie (Venus Williams, Anm. d. R.) hat auf jeden Fall gut gespielt und ich habe bis zum Schluss versucht zu kämpfen, aber ich habe viele leichte Fehler gemacht in den wichtigen Momenten und ja das hat mich dann am Ende den Sieg gekostet.“

Platzgeflüster: Zwischendurch hat man auch gesehen, dass du ein paar Rückhandschwünge gemacht hast und auch ein paar Returnfehler gemacht hast, die du sonst nicht gemacht hast. Hattest du auch den Eindruck, dass es vielleicht heute nicht so gut auf der Rückhandseite lief?

Angelique Kerber: „Ich glaube allgemein habe ich zu kurz gespielt. Ich glaube, das war auf jeden Fall ein Schlüssel dessen, warum ich vielleicht nicht mein bestes heute gespielt habe, weil ich einfach nicht die Länge in meinen Schlägen gefunden habe. Aber ich hab versucht das Beste an dem heutigen Abend zu geben – hat nicht gereicht.“

Platzgeflüster: Nach dem Spiel gegen Ozaki hast du über Social Media diese Botschaft gehabt für die Fed Cup Tickets – kann man das als Zusage für den Fed Cup werten?

Angelique Kerber: „Da müssen wir erstmal auf die Nominierung meiner Barbara warten.“

Das war auffällig:

  • Nach einem guten Start konnte Kerber ihr Level nicht halten und ihren Schlägen fehlte die nötige Länge. Insgesamt wurde die Deutsche zu passiv und spielte leider nicht befreit auf. Von außen vermisste man bei Kerber phasenweise etwas die positive Ausstrahlung und Lockerheit, die sie in der vergangenen Saison auszeichnete. Doch Kerber hat bis zum Schluss gekämpft und nochmal versucht das Match zu drehen.
  • In wichtigen Phasen servierte Venus Williams der Deutschen immer wieder auf die Rückhand. Häufig mit viel kick, sodass der Ball hoch absprang. Kerber hatte damit ihre Probleme und der Return geriet häufig zu kurz.
  • Die Amerikanerin hat ein solides Spiel gemacht. Zu Beginn produzierte Venus Williams noch zu viele Unforced Errors, jedoch konnte sie das mit zunehmender Spieldauer ändern.

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