Deshalb siegte Federer im Finale von Halle so deutlich gegen A.Zverev – Die Spielanalyse

Nach weniger als einer Stunde war es amtlich – Im Duell der Generationen besiegte Roger Federer den jungen Deutschen Alexander Zverev überraschend deutlich 6:1 6:3 und sicherte sich zum neunten Mal den Titel der Gerry Weber Open.

Von Beginn an dominierte Roger Federer vor 11.500 Zuschauern das Geschehen auf dem Platz und führte bereits nach nur 13 Minuten deutlich mit 4:0. Der Schweizer setzte immer wieder geschickt seinen Rückhand-Slice ein und ließ Zverev mit unangenehmen Tempowechseln nie vollständig seinen Rhythmus finden. Der junge Zverev, der einen deutlich zeitaufwendigeren Weg ins Finale hatte als Federer, wirkte von Beginn an etwas müde. Oft fehlte Zverev der letzte Schritt und er traf die Bälle einen Tick zu spät. Insgesamt unterliefen ihm so zu viele Unforced Errors. Ein weiterer wichtiger Faktor dieses Endspiels war der Aufschlag. Während Federer sich in engen Situationen auf seinen starken Service verlassen konnte und sich dadurch viele einfache Punkte sichern konnte, hatte Zverev oftmals Probleme bei seinem Aufschlag, da ihm zu wenig Asse und Service-Winner gelangen. Als taktische Variante servierte Federer häufig nach außen und öffnete sich damit den Court und kam zu schnellen und einfachen Punkten. Dagegen fand Zverev über die gesamte Spieldauer kein funktionierendes Gegenmittel. Dennoch stimmte das Kämpferherz beim 20-Jährigen Zverev. Zu Beginn haderte er zwar häufiger mit sich selbst, doch im zweiten Satz versuchte er sich auch immer wieder zu pushen und an seine Chance zu glauben. Doch an diesem Finaltag war Federer einfach zu stark. Nach 52 Minuten konnte Federer seinen ersten Matchball nutzen und krönte sich zum neunten Mal zum Champion von Halle.

Federer gehört die Gegenwart, Zverev die Zukunft?

Auch wenn das Finale recht einseitig war, kann Zverev mit seinen insgesamt starken Turnierleistungen und seiner zweiten Finalteilnahme in Folge zufrieden sein. Auch Federer betonte im Interview nach dem Match, dass dem jungen Deutschen die Zukunft des Tennis gehört. Mit seinem eigenen Spiel zeigte sich ein strahlender Federer überaus glücklich und stellte fest:“Irgendwie ist heute alles geglückt. Das war mit Abstand mein bestes Spiel in dieser Woche“. Der Schweizer scheint rechtzeitig für Wimbledon wieder in Topform zu sein und wird als Topfavorit auf seinen achten Wimbledon-Titel nach England reisen.

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