Zum ersten Mal seit 1993 stehen wieder zwei Deutsche Spielerinnen im Halbfinale eines Grand Slams. Damit besteht weiterhin die Chance auf ein deutsches Wimbledon Finale. Können Kerber und Görges ihre Halbfinalspiele gewinnen? Aus London analysiert PLATZGEFLÜSTER die Matchups für Euch.
Halbfinale
Donnerstag, 12. Juli 2018
Angelique Kerber (11) – Jelena Ostapenko (12)
Centre Court, 1. Match um 14 Uhr deutscher Zeit
In einem hochklassigen Viertelfinale brauchte Angelique Kerber sieben Matchbälle , um zum dritten Mal nach 2012 und 2016 ins Halbfinale von Wimbledon einzuziehen. Der Weg dorthin war aber alles andere als ein Spaziergang. Gegen die 21-Jährige Russin Daria Kasatkina bedurfte es einer kämpferisch und spielerisch guten Leistung von Kerber, um nach einer Stunde und 28 Minuten das Spiel 6-4 7-5 zu gewinnen. Im Halbfinale trifft die Deutsche nun auf die French Open Siegerin von 2017 Jelena Ostapenko, die die einzige Halbfinalistin ist, die noch keinen Satz im bisherigen Turnierverlauf verlor. Das Halbfinale wird das erste Aufeinandertreffen zwischen Kerber und Ostapenko. Beide verfolgen jeweils kontrastierende Spielphilosophien. Während Ostapenko von Beginn an versuchen wird, ihr aggressives Offensivspiel durchzubringen und dabei eine Vielzahl an Winnern aber auch Unforced Errors produzieren wird, steht Kerber für das defensivere, aber auch konstantere Spiel. Kerber sollte versuchen gegen Ostapenko variabel zu agieren und dadurch den Spielrhythmus, den die junge Lettin für ihr Powertennis benötigt, permanent zu stören. Zudem sollte Kerber nicht zu passiv agieren und sich nicht ausschließlich auf ihre unbestritten hochklassigen Defensivqualitäten verlassen. Auch gilt es für Kerber, eine gute Quote an ersten Aufschlägen zu erreichen, um dem besonders guten und aggressiven Returnspiel der Lettin entgegenzuwirken. Wenn Kerber das gelingt, könnte ihr das den ausschlaggebenden Vorteil bringen und sie zum zweiten Mal nach 2016 ins Endspiel von Wimbledon einziehen.
Prognose: Kerber gewinnt am Ende in zwei engen Sätzen.
Julia Görges (13) – Serena Williams (25)
Centre Court, 2. Match
Es ist eine Bilderbuchgeschichte. Vor Turnierbeginn standen bei Julia Görges noch fünf aufeinanderfolgende Erstrundennniederlagen in Wimbledon und nun, eine gute Woche später, steht die Deutsche zum ersten Mal im Halbfinale eines Grand Slams. Im Viertelfinale musste Görges gegen ihre Freundin Kiki Bertens erstmals einen Satzrückstand bei diesem Turnier hinnehmen. Doch mit zunehmender Spieldauer steigerte sich die Wahl-Regensburgerin und gewann am Ende verdient 3-6 7-5 6-1. Auf ihrem Weg ins Halbfinale hat Görges 199 Winner, 73 erfolgreichen Netzangriffe und 44 Asse geschlagen. Damit führt Görges bei der Damen-Konkurrenz jeweils alle drei Kategorien an. Dennoch muss Görges ihr Spiel verbessern um im Halbfinale gegen Serena Williams bestehen zu können. Im Viertelfinale brachte Görges lediglich 49% ihrer ersten Aufschläge ins Feld. Diese Quote sollte die 29-Jährige Deutsche in jedem Falle versuchen zu steigern, denn die siebenmalige Wimbledon Siegerin Williams spielt das beste Tennis seit dem Comeback nach ihrer Babypause und wird jede Chance zum Angriff mit ihren druckvollen Schlägen nutzen. Zudem konnte Serena Williams alle drei bisherigen Duelle zwischen den beiden in zwei Sätzen gewinnen. Zuletzt spielten Görges und Williams in der dritten Runde von Roland Garros gegeneinander. Die Amerikanerin entschied damals das Match, wenn auch für viele überraschend deutlich, 6:3 6:4 für sich. Doch jedes Tennis Match beginnt bei null und diesmal spielen sie zum ersten Mal auf Rasen gegeneinander. Für Görges wird es entscheidend werden, Serena Williams konsequent unter Druck zu setzen, ohne dabei zu viele einfache Fehler zu generieren.
Prognose: Starkes Turnier von Jule, aber Seren Williams ist etwas zu stark. Görges verliert in 3 Sätzen.
