In der ersten Runde des Fed Cups spielt Deutschland gegen die USA. Wird das deutsche Team auch ohne Angelique Kerber ins Halbfinale einziehen können? PLATZGEFLÜSTER hat die Fed Cup Partie im Check.
Die Entscheidung der Amerikanerinnen Hawaii als Spielort zu wählen, war folgenreich für das deutsche Team. Die lange Anreise plus Zeitumstellung mitten in der Saison sind alles andere als ideale Vorraussetzungen für die Spielerinnen. Deshalb haben die deutsche Nummer 1 Angelique Kerber sowie die Viertelfinalistin aus Melbourne Mona Barthel ihre Teilnahme am Fed Cup abgesagt. Verständnisvoll, aber dennoch schade! Auch bei den Amerikanerinnen fehlen mit den Williams-Schwestern deren beiden besten Spielerinnen an diesem Wochenende.
Ausgetragen wird die Begegnung zwischen Deutschland und den USA im Royal Lahaina Resort in der hawaianischen Hauptstadt Maui. Die Arena ist ausgestattet mit einem mittelschnellen Hartplatz und fasst 3500 Zuschauer. Das erste Einzel zwischen Petkovic und Riske beginnt heute Abend um 22 Uhr deutscher Zeit und ist live zu sehen beim Streamingdienst DAZN.
Hoffnungen ruhen auf „Miss Fed Cup“
Die Darmstädterin Andrea Petkovic hat sich in der Vergangenheit zu einer Meinungsführerin im deutschen Fed Cup Team entwickelt. Nach Kerbers Absage ist Petkovic nun mehr denn je als Leaderin gefragt. Für „Petko“ist es eine ganz besondere Atmosphäre für Deutschland zu spielen. Nicht umsonst gilt Petkovic auch als „Miss Fed Cup“. Ob im letzten Jahr in Rumänien, als Sie nach 0:6 im ersten Satz noch das wichtige Einzel gegen Monica Niculescu drehte oder im Jahr 2014, als Petkovic gegen Stosur in Australien gewann, auf die Darmstädterin ist im Fed Cup meistens verlass. Das spiegelt auch ihre Fed Cup Bilanz mit 12 Siegen und nur 6 Niederlagen wieder. Barbara Rittner ist sich sicher, dass Petkovic auch dieses Wochenende wieder überzeugen wird: „Für Andrea war der Fed Cup in der Vergangenheit immer eine besondere Gelegenheit, zu ihrem Spiel und in ihre Spur zurückzufinden. Ich bin sicher, dass sie auch in dieser Fed-Cup-Woche wieder ihr bestes Tennis abrufen wird.“
Aufgrund der Beschwerden am rechten Arm von Laura Siegemund wird Julia Görges das zweite Einzel für Deutschland bestreiten. Görges ist wie Petkovic bereits Fed Cup erfahren und wurde schon 13mal für das deutsche Team nominiert. Der Saisonstart der 28-Jährigen lief bisher gut. Im neuseeländischen Auckland konnte Görges die Dänin Caroline Wozniacki besiegen und bis ins Halbfinale einziehen. Bei den Australian Open zog sie in die zweiten Runde ein, in der sie knapp der Serbin Jelena Jankovic unterlag. An diesem Wochenende werden auch Görges Qualitäten als Doppelspielerin gefragt sein. Außerdem stehen der Teamchefin Barbara Rittner mit Laura Siegemund und Carina Witthöft zwei Neulinge zur Verfügung. Während Siegemund sich ihre Nominierung aufgrund ihrer starken Leistungen 2016 (Finaleinzug in Stuttgart, Mixed Titel bei den US Open) verdient hat und durchaus Chancen auf einen Einsatz am Sonntag hat, wurde Witthöft in erster Linie als Perspektivspielerin nominiert.
Neue Verantwortung für die Kerber-Bezwingerin
Im amerikanischen Aufgebot stehen Coco Vandeweghe, Shelby Rogers, Alison Riske und Bethanie Mattek-Sands. Die 25-Jährige Vandeweghe begann die Saison vielversprechend. Sie warf bei den Australian Open Titelverteidigerin Kerber raus und erreichte erstmals das Halbfinale eines Grand Slams. Mit ihrem starken Aufschlag und ihrer schnellen Vorhand übernimmt Vandeweghe gerne das Kommando auf dem Platz und versucht ihre Gegnerinnen in die Defensive zu drängen. Beim Fed Cup soll die extrovertierte Vandeweghe nun die Verantwortung tragen und das amerikanische Team anführen. Man darf gespannt sein, wie sie damit umgehen wird. Beflügelt oder bedrückt? Mit Bethanie Mattek-Sands steht zudem die derzeit weltbeste Doppelspielerin im Kader des 17-maligen Fed-Cup-Gewinners. Die Doppelspezialistin konnte gerade erst mit Lucie Safarova den Australian Open Titel im Doppel gewinnen.
Nur Außenseiterchancen?
Das deutsche Team hat von Beginn an die Favoritenrolle von sich gewiesen und den Amerikanerinnen zugeschrieben. Grund dafür war der starke Saisonstart von Vandeweghe und Mattek-Sands, die die entscheidenen Punkte für das amerikanische Team holen sollen. Dennoch wird das deutsche Team an diesem Wochenende nicht chancenlos sein. Der direkte Vergleich mit Vandeweghe spricht sowohl bei Petkovic als auch bei Görges für Deutschland. Die Zuschauer dürfen sich auf ein spannendes Tenniswochenende freuen, an dem am Ende die Tagesform den entscheidenen Ausschlag geben könnte.
Samstag
Beginn 22 Uhr dt. Zeit
R1: Alison Riske (USA) v Andrea Petkovic (GER)
R2: CoCo Vandeweghe (USA) v Julia Goerges (GER)
Sonntag
Beginn 21 Uhr dt. Zeit
R3: CoCo Vandeweghe (USA) v Andrea Petkovic (GER)
R4: Alison Riske (USA) v Julia Goerges (GER)
R5: Bethanie Mattek-Sands/CoCo Vandeweghe (USA) v Laura Siegemund/Carina Witthoeft (GER)
